Kampagne von
X-tausendmal quer
und KURVE Wustrow

Gorleben/Heide – Mitglieder der Heider Mahnwachengruppe haben am vergangenen Freitag, 13. April im Rahmen von „gorleben365“ die Hauptzufahrt und zwei weitere Tore des sogenannten Erkundungsbergwerkes in Gorleben blockiert. Gegen 11 Uhr wurde zeitgleich an mehreren Stellen pünktlich zum bevorstehenden Schichtwechsel die Zufahrt zum Werksgelände mit mehreren Fahrzeugen, einer Mauer aus Schuhkartons sowie fast mannshohen „Xen“ aus Holz versperrt. Ankommende Werksmitarbeiter und Zulieferer zeigten sich sichtlich überrascht, da die Aktion im Vorfeld nicht angekündigt worden war.
Die auf diese Weise aufgehaltenen Fahrzeuge mussten größere Umwege in Kauf nehmen, um auf das Werksgelände zu gelangen. Ein Zulieferer verabschiedete sich unverrichteter Dinge und äußerte, es am nächsten Freitag nochmals zu versuchen, andere wurden umgeleitet und erreichten über Waldwege mit deutlicher Verzögerung ihr Ziel.

Rauer Umgang

Bei trockenem, aber kühlem Wetter harrten die Demonstranten mehrere Stunden friedlich vor den Werkstoren aus. Allerdings sahen sich die BlockiererInnen mit verbalen Attacken und Handgreiflichkeiten durch Werksangehörige konfrontiert. So wurden z. B. mehreren Teilnehmern die mitgebrachten „Xe“ (Zeichen des Widerstandes gegen Atomkraft im Allgemeinen und Gorleben im Besonderen) von Werksschützern gewaltsam entrissen, eine Teilnehmerin kam dabei sogar zu Fall. Insgesamt traten die Werksangehörigen sehr aggressiv auf und drohten einer Teilnehmerin an, sie mit ihrem Auto „umzunageln“, falls sie nicht sofort aus dem Weg gehe.

Erkundungsstopp ist nicht genug

Der Protest richtet sich gegen den Ausbau des sogenannten Erkundungsbergwerkes zum atomaren Endlager, da dies nachgewiesenermaßen für die Einlagerung radioaktiver Abfälle völlig ungeeignet ist. Zwar hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) verlauten lassen, die Erkundung aussetzen zu wollen, Taten sind dieser Aussage bisher jedoch nicht gefolgt. Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich hier um den Versuch handelt, weiteren Protesten wie z. B. der für den 28. April angekündigten Großdemonstration den „Wind aus den Segeln“ zu nehmen. Außerdem muss die Ankündigung Röttgens sicherlich auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen gesehen werden. Auch erfüllt eine bloße Aussetzung der Erkundungsarbeiten nicht die Erfordernisse einer ergebnisoffenen Endlagersuche „auf weißer Deutschlandkarte“, für die eine gänzliche Aufgabe des Standortes Gorleben zwingend notwendig ist.

Kreativität gefragt

"gorleben365“ läuft mindestens noch bis zum 13. August 2012. Seit Beginn der Aktion am 14.08.2011 gab es bereits viele kreative Umsetzungen, wie z. B. eine Chorprobe auf der Zufahrt zum Werksgelände, ein Autokino oder auch eine Geburtstagsparty. Für den 5. Mai wird sogar zu einer Hochzeit vor das Tor der Baustelle geladen. Originelle und kreative Ideen sind auch weiterhin gefragt und Gruppen herzlich eingeladen, nach Gorleben zu kommen (weitere Infos unter www.gorleben365.de).

Nächster Infotermin

Der nächste Infotermin der Heider Mahnwachengruppe findet am 12. Mai, 10.00 – 12.30 Uhr in der Süderstraße / Ecke Wulf-Isebrand-Platz statt.

Bilder der Blockade