Kampagne von
X-tausendmal quer
und KURVE Wustrow

Blockadebericht der Geburtstagsblockade am 17.12.2011 Nachdem am Freitagabend schon ein paar meiner Geburtstagsgäste gekommen waren, kamen die meisten am Samstagmittag. Als alle da waren, begannen wir dicht zusammengedrängt in unserem Wohnzimmer mit der Aktionsvorbereitung. Da die meisten meiner Freunde schon sehr viel Erfahrung haben, konnten wir gemeinsam unsere Aktion besprechen und unsere Erfahrungen austauschen. Nachdem wir fertig waren, haben wir uns gefühlte 100 Schichten Klamotten angezogen und noch kurz etwas gegessen. Dann stand schon der Bus vor der Tür in den wir, bepackt mit Isomatten und Süßigkeiten einsteigen konnten. Wir fuhren durch das abendliche Wendland und es hatte ein bisschen Klassenfahrtscharakter: 30 aufgeregte Jugendliche in einem Bus, die wissen, dass etwas Großes vor ihnen liegt.

Beim Erkundungsbergwerk angekommen begrüßten wir unsere Mitblockierer, das Aktionsbündnis AntiAtom Magdeburg. Wir hatten uns vorher dafür entschieden, dass die Magdeburger die Tore 1,2 und 6 blockieren würden, während wir uns vor die Tore 3,4 und 5 setzen wollten. Nachdem wir alle mit Strohsäcken ausgerüstet und unsere drei Unterstützer von gorleben365 da waren, konnten wir um ca. 19.00 Uhr losgehen. Wir brachten die Bezugsgruppen 3 und 4 zu ihren Toren.

Schließlich gingen wir zu neunt auf Tor 5 zu, vor dem ein großer Polizeiwagen geparkt hatte und ca. 10 Polizisten in einer Kette standen. Wir versuchten sie zu durchfließen, was aber nicht klappte. Deshalb setzten wir uns vor die Füße der Polizisten. Da wir nicht nur das Tor, sondern den gesamten Weg, der am Gelände vorbeiführt, blockieren wollten, verteilten wir uns von Grünstreifen zu Grünstreifen, was gut funktionierte, weil wir so viele waren. Kurz nachdem wir uns hingesetzt hatten kam unsere Rettung vor der Dezemberkälte: eine Feuertonne. Wir konnten ganz laut Musik anmachen, weil wir Boxen mit Batterien mithatten. Da es dunkel war und wir meinen Geburtstag feiern wollten, zündeten wir ganz viele Kerzen an, die wir in einer Reihe über die Straße stellten. So hat es sich fast angefühlt, wie ein „normaler“ Geburtstag. Wir tanzten und sangen zur Gitarrenmusik und wärmten uns an der Feuertonne. Für die Feuertonne hatten wir Sand auf die Straße geschüttet. Weil sie dann aber doch nicht auf der Straße stehen durfte, konnten wir den Sand zweckentfremden und eine Sandburg bauen. In den Sand ritzten wir ganz viele Xe und so war unsere „Widerstandsburg“ das perfekte Gegenstück zu dem Förderturm des Erkundungsbergwerkes, der für das steht, gegen das wir kämpfen.

Während wir fröhlich meinen Geburtstag feierten, merkten wir, wie die Polizisten immer nervöser wurden und wie sie sich immer weiter um uns herum bewegten. Leider reagierten wir nicht schnell genug, so dass die Autos, die aus Richtung der Salzhalde angerast kamen neben uns auf dem Grünstreifen durch das Tor fahren konnten. Das konnten sie aber nur, weil wir von den Polizisten, die sich immer mehr um uns herum gestellt haben, abgedrängt wurden. Danach kehrte erstmal wieder Ruhe ein und so unterhielten wir uns mit den Polizisten. Einige konnten uns dabei gar nicht in die Augen schauen und wirkten sehr nervös oder ignorierten uns. Das waren wir von den Blockaden im Rahmen von gorleben365 nicht gewohnt, denn sonst waren die Polizisten immer sehr offen und freundlich zu uns. Daraus schlossen wir, dass die unsicheren Polizisten Polizeischüler waren, was uns dann auch von einem älteren Beamten bestätigt wurde.

Da wir ja wussten, dass der Wachdienst von innen noch rausfahren musste und wir dieses Mal besser aufpassen wollten, setzten wir uns wieder hin und besprachen, wie wir vorgehen wollten. Da merkten wir, dass die Polizei wieder versuchte uns langsam einzukesseln. Um dem entgegenzuwirken standen wir auf gingen in einer Reihe weiter nach hinten in Richtung Salzhalde und setzten uns hin. Währenddessen kamen die Autos aus dem Gelände herausgefahren. Scheinbar waren wir ein ganz schönes Problem für die, denn die Polizei kam sofort auf uns zugestürmt und hat uns ohne jegliche Aufforderung ziemlich hektisch geräumt. Dadurch konnten die Autos auf der Straße Richtung Salzhalde wegfahren. Nachdem wir noch ein Geburtstags-Gruppen-Foto am Tor gemacht haben, holten wir die anderen Bezugsgruppen an ihren Toren ab, ohne deren Durchhaltevermögen das alles nicht geklappt hätte.

An den Haupttoren wurden wir mit heißem Punsch und Keksen empfangen. Die Magdeburger zeigten uns noch ein hochpolitisches Krippenspiel (es war schließlich das 4. Adventswochenende!) und beendeten so den tollen Blockadeabend. Für mich hätte mein 16. Geburtstag nicht schöner sein können. Es war wundervoll mit meinen besten Freunden das zu teilen, was mein Leben so reich macht: Der lebendige Widerstand gegen die lebensvernichtende Atomkraft und ein Endlager in einem unsicheren Salzstock. Vielen vielen Dank, dass es mit euch so eine phantastische, zauberschöne, bunte, tanzende, singende, warme, wunderbare und nach Geburtstagskerzen duftende Aktion werden konnte.

Wir kommen wieder.