Kampagne von
X-tausendmal quer
und KURVE Wustrow

Lebenslaute in Aktion - Blockade der Endlagerbaustelle in Gorleben

Wie angekündigt haben sich am frühen Sonntagmorgen einige Menschen auf den Weg begeben, den regulären Arbeitsbetrieb an der illegalen Endlagerbaustelle in Gorleben zu stören, indem die Durchfahrten zum Gelände durch Blockaden des Aktionsorchesters Lebenslaute versperrt wurden.

Nach einem intensiven Samstagnachmittag, der gefüllt war mit dem Proben der Musik, die am nächsten Tag erklingen würde, sollte es dann am frühen Abend darum gehen, gemeinsam zu entscheiden, wie der nächste Tag so ablaufen kann, dass sich alle Beteiligten mit der Aktion identifizieren und sich wohlfühlen. Eine große Rolle spielte dabei die Kampagne gorleben365, in deren Rahmen Lebenslaute zu dieser Aktion zusammengekommen ist. Hierbei wurde mir wieder deutlich, dass der Widerstand in der Region seit Jahrzehnten praktische Erfahrung angesammelt hat und wir sowohl inhaltlich als auch was das mögliche Gelingen oder Nichtgelingen dieser und zurückliegender Aktionen angeht entsprechend kompetent informiert wurden. Dadurch, dass das Kampagnenteam von gorleben365 die gesamte Aktion begleitet, wird es der Blockade erheblich erleichtert, Entscheidungen zu treffen, weil z.B. nicht viel gerätselt werden braucht, wie gut oder schlecht die Tore zu erreichen sind bzw. wie das Gelände und die Umgebung dieses sogenannten Erkundungsbergwerkes überhaupt beschaffen ist. Das ist besonders, weil dadurch Menschen mit verschiedenen Erfahrungshorizonten transparent gemacht wird, wie bisherige Aktionen verlaufen sind und eben auch wie die eigene geplante verlaufen könnte. Das ermöglicht es meiner Meinung einer Vielzahl von Menschen, die Arbeiten dort zu behindern und selbst Erfahrungen für die eigene politische Arbeit zu sammeln, den Widerstand aktiv zu proben. Gründe dafür gibt es genug.

Praktisch sah es so aus, dass wir nach unserer Ankunft auf einem öffentlichen Parkplatz ganz in der Nähe in kleinen Gruppen frühmorgens vor um acht, also in der Zeit des geplanten Wachwechsels, auf dem Weg zu den Blockadeorten zwar von der Polizei empfangen wurden, diese aber nicht versucht hat, uns daran zu hindern, alle sechs Zufahrtstore zu erreichen und uns dort mit 3 bis 5 Menschen niederzulassen. Die Zeit gestalteten wir mit Frühstück, Unterhalten, Umschauen und eben auch Musik,insgesamt also alles gemütlich und in Beobachtung des Wachpersonals, welchem nun bange werden musste, dass sich die 12-stündige Schicht ins Ungewisse verlängert. Nach etwas 1,5 Stunden und nachdem sich die Polizei für ein Tor entschieden hatte, wurden die Blockierenden dort zur Seite getragen und dem Austausch des Wachpersonals stand nichts mehr im Weg. Dennoch konnte wieder deutlich gemacht werden, dass die Abfälle der atomaren Energieerzeugung nicht sicher gelagert werden können und der Ausbau in Gorleben sofort beendet werden muss. Geschmeichelt vom warmen Frühherbstwetter wurde dann noch zwischen 10 und 14 Uhr mit etwa 40 Musiker_innen Klassik und Pop öffentlich geprobt und konzertiert, auf der offiziellen Straße zur Baustelle und wieder mit toller Unterstützung der Menschen vor Ort, sei es Fahnen schwingend, mitsingend und wippend oder mit Wendländer Anti-Atom-Waffeln.

Jeden Tag einen rebellischen Ausflug wert, 365 mal im Jahr.

www.lebenslaute.net

 

 

Bilder der Blockade